Warum ein Rahmen aus Stahl?

Rahmen im Bau

handgelöteter Rahmen
 

Stahl war und ist mein bevorzugtes Grundmaterial beim Bau von hochwertigen Fahrradrahmen. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Stahl für die von uns gebauten Fahrräder das geeignetste Rahmenmaterial ist, auch wenn es in den letzten Jahren aus der Mode gekommen ist. Das spezifische Gewicht von Stahl ist zwar deutlich höher als das von Aluminium und anderen Grundwerkstoffen, jedoch kann dank der höheren Festigkeit mit kleineren Rohrdurchmessern und weniger Material gearbeitet werden, was auch zu einem tiefen Rahmengewicht führt.

Stahl hat eine höhere Eigendämpfung als zum Beispiel Aluminium-legierungen - Schläge werden durch den Rahmen gemindert und ermöglichen so komfortableres Vorwärtskommen. Stahl lässt sich meistens einfacher verarbeiten und im Falle eines Rahmendefektes leicht reparieren, was bei Fahrrädern aus Aluminium oder Kohlenfaser-Werkstoffen oft schwierig oder unmöglich ist. Der Nachteil der Rostanfälligkeit von Stahlrohren wird mit einer dauerhaften Pulverbeschichtung praktisch aufgehoben. Oder man verwendet rostbeständige Rahmenrohre von Reynolds (Reynolds 953) und hat das Problem der Rostanfälligkeit gleich ganz gelöst.

 

Stahl als Rahmengrundmaterial hat den Vorteil, dass er sich bestens eignet, mit viel Gefühl wunderschöne, raffinierte Detail-Lösungen und handwerklich höchststehende und erfüllende Arbeit für ein gelungenes Endprodukt einzusetzen. Dem Gestalterischen sind mit dem Material Stahl nahezu keine Grenzen gesetzt. Ob man einen filigranen Rennrahmen mit edlen Mikrofusionsmuffen oder einen Bikerahmen mit Durchmesserstarken Rohren und bulliger Optik will, nahezu alles ist möglich und macht auch Sinn.